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Aus der Hoch³ - Ausgabe "Ruhe", Dezember 2025

Mit ruhiger Hand und offenem Ohr

Text: Sabine Monthaler-Hechenblaikner | Fotos: Gerhard Berger, privat

Wenn Jörg Schachtner operiert, sitzt jeder Handgriff. Hochmoderne Technik und routinierte Abläufe treffen auf ein eingespieltes Team in der Urologie am Landeskrankenhaus Hall. Der stellvertretende Abteilungsvorstand nimmt die HOCH³ in seinen vielseitigen Arbeitsalltag zwischen OP, Station und Ambulanz mit – und erzählt, wie er dabei auch Familie und Beruf in Einklang bringt.

KONZENTRATION UND PRÄZISION: IM OP ZIEHEN ALLE AN EINEM STRANG

Wir brauchen nicht viele Worte, das funktioniert einfach.

Jörg Schachtner

Schnitt, Verödung, Schnitt, Verödung. Im OP herrscht konzentrierte Stille. Der Blick von Urologe Jörg Schachtner ist fest auf den Monitor vor ihm gerichtet. Dort sieht er jedes Detail des Bauchraums des Patienten. Es ist kein leichtes Unterfangen, den Tumor an der Niere des Patienten Schritt für Schritt freizulegen, das Gewebe rundherum ist stark verwachsen. Langsam und präzise arbeitet sich der Arzt laparoskopisch zur Niere vor, um den Tumor zu entfernen. Die assistierende Fachärztin unterstützt ihn dabei, die Operationsassistentin reicht ihm die Instrumente – ein kurzes Nicken und alle im OP wissen, was zu tun ist.

EIN EINGESPIELTES TEAM

Der Arbeitsalltag von Urologe Jörg Schachtner ist vielfältig: Abteilungsorganisation, Ambulanzbetrieb, Stationsvisiten und die Arbeit im OP - regelmäßig kommt dort auch der hochmoderne OP-Roboter zum Einsatz.

„Wir brauchen nicht viele Worte, das funktioniert einfach“, beschreibt der leitende Oberarzt den Arbeitsalltag im OP. Eingespielte Abläufe und gegenseitiges Vertrauen sorgen dafür, dass Eingriffe routiniert und sicher verlaufen. Die Urologie und Andrologie am Landeskrankenhaus Hall ist eine hochspezialisierte Abteilung mit einer großen Bandbreite: Neben der Therapie von Harnsteinen, einer gutartigen Prostatavergrößerung oder Inkontinenz liegt der Schwerpunkt in der Behandlung urologischer Tumore wie Prostata-, Harnblasen-, Nieren- oder Hodenkrebs. Erkrankungen, die oft Fingerspitzengefühl bei den Patientengesprächen erfordern. „Für uns ist das der Alltag. Wenn die Patienten merken, dass wir routiniert und offen auf Sie zugehen, entsteht schnell Vertrauen“, erklärt der Urologe.

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Ein ausgeglichener Start in der Natur bevor der abwechslungsreiche Arbeitstag beginnt.

Die Tage von Jörg Schachtner beginnen meist früh am Morgen, wenn er noch vor dem Weg in die Arbeit die erste Runde mit dem Hund in der Natur dreht. Ein ruhiger Start, bevor der abwechslungsreiche Arbeitstag beginnt. An OP-Tagen steht er entweder im modern gestalteten OP des 2020 neu erbauten Chirurgie-Zentrums des Landeskrankenhauses Hall oder im sogenannten Endourologischen-OP im Ambulanzbereich, wo das gesamte Spektrum der urologischen Steintherapie angeboten wird. Die restlichen Tage verlangen meist viel Flexibilität und bestehen aus einer Mischung von organisatorischen Aufgaben, Betreuung ambulanter Patient:innen oder Stationsvisiten.



KUZRE WEGE, STARKER ZUSAMMENHALT

Die Urologie als Fachgebiet ist breit und überschneidet sich teilweise auch mit anderen Fächern, weshalb die Urologie auch viel interdisziplinär mit den anderen Abteilungen hier am Landeskrankenhaus Hall zusammenarbeitet und daher gut vernetzt ist. Es sind die kurzen Wege und das persönliche Miteinander im Haus sowohl interdisziplinär als auch unter verschiedenen Berufsgruppen, die der Arzt besonders schätzt: „Man kennt sich, man hilft sich – das ist der Vorteil eines kleineren Krankenhauses.“

Das Spannende an diesem Fach ist für mich das breite Spektrum.

Jörg Schachtner

EIN FACH, DAS VIELES ABDECKT

Dass er einmal Urologe werden würde, war für Jörg Schachtner nicht immer klar. Und das, obwohl es – wie er selbst sagt – eine „familiäre Belastung“ gibt: sind doch Vater und Bruder bereits in diesem Fach tätig. Trotz anfänglichem Interesse an der Gynäkologie bestätigte ihn die Ausbildungszeit am Krankenhaus Hall schlussendlich doch darin, Urologe zu werden. Seit 2013 ist er Teil des Teams und seit 2022 ist er leitender Oberarzt und stellvertretender Abteilungsvorstand für Urologie und Andrologie.



Das Wechselspiel zwischen den Bereichen ist faszinierend.

Jörg Schachtner

EINSATZ IN DER UROLOGIE UND ANDROLOGIE

"Das Spannende an diesem Fach ist für mich das breite Spektrum: Wir behandeln Männer, Frauen und Kinder sowohl konservativ, operativ, als auch onkologisch. Das Wechselspiel zwischen diesen Bereichen ist faszinierend“, erzählt er. Er selbst hat sich auf Nierenchirurgie und die operative Behandlung von Harnsteinen spezialisiert.



AUSZEIT FÜR DEN PAPA

„Die Auszeit war enorm wichtig für mich. Ich konnte so eine starke Beziehung zu meinem Sohn aufbauen und meine Frau unterstützen“, erzählt er.

Heute ist Jörg Schachtner im Krankenhaus Hall nicht nur beruflich, sondern auch privat verwurzelt, denn dort hat er seine ebenfalls im Krankenhaus arbeitende Frau kennengelernt. Seit diesem Jahr hat sich ihr gemeinsames Leben grundlegend verändert: Im Sommer kam das erste Kind auf die Welt. Für den jungen Vater begann damit ein neues, intensives Kapitel – das er ganz bewusst mit einem Papamonat eröffnete. „Die Auszeit war enorm wichtig für mich. Ich konnte so eine starke Beziehung zu meinem Sohn aufbauen und meine Frau unterstützen“, erzählt er. In seiner Abteilung ist der Papamonat kein Tabu – neben ihm haben sich bisher schon drei weitere Kollegen dafür entschieden. Und für Jörg Schachtner steht fest: Er würde es jederzeit wieder machen.

Die Möglichkeiten des OP-Roboters sind beeindruckend, er ermöglicht uns, Eingriffe noch präziser und schonender durchzuführen.

Jörg Schachtner

NEXT STEP: DA VINCI

Auch beruflich bleibt es bei Jörg Schachtner weiterhin spannend: 2024 wurde der DaVinci-OP-Roboter im Chirurgiezentrum des Landeskrankenhauses Hall installiert. Dies bedeutet für den erfahrenen Urologen besonders im Hinblick auf die Nierenchirurgie eine wertvolle Bereicherung und Weiterentwicklung der etablierten konventionellen Laparoskopie. „Die Möglichkeiten des OP-Roboters sind beeindruckend“, berichtet der Arzt, der bisher vorwiegend laparoskopisch arbeitete. „Er ermöglicht uns, Eingriffe noch präziser und schonender durchzuführen – das kommt den Patienten zugute, die sich dadurch schneller erholen und kürzer im Krankenhaus bleiben müssen.“

DEN ARBEITSALLTAG IM KREIS DER FAMILIE AUSKLINGEN LASSEN

Nach einem langen Arbeitstag, der meist nicht pünktlich endet, findet Jörg Schachtner bei der Familie und dem Hund Entspannung. „Zum Glück kennt meine Frau den Krankenhaus-Alltag und hat Verständnis, wenn es manchmal länger dauert.“



Das war der Artikel

Mit ruhiger Hand und offenem Ohr

aus dem Magazin "HOCH³" der tirol kliniken